Zertifizierte Apps: So sorgen Sie für mehr Sicherheit

In seiner großen Vielfalt ist der heutige App-Markt so bunt wie nie zuvor: Mit der umfassenden Auswahl an mobilen Anwendungen entfalten sich für die Nutzer zahlreiche Möglichkeiten – aber auch Gefahren. Zertifizierte Apps sorgen für mehr Sicherheit in der App-Landschaft und schaffen Vertrauen bei den Nutzern. Bei appfelsine.com erfahren Sie, wie sich die einzelnen Prüfsiegel unterscheiden und wann sich eine Zertifizierung lohnt.

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Was ist eine zertifizierte App?

Bei zertifizierten Apps handelt es sich um Anwendungen für Mobilgeräte, die von einer Kontroll-Institution, zum Beispiel dem TÜV, geprüft wurden. Entspricht die App den Anforderungen der Organisation, darf sie im Anschluss ein ausgewiesenes Siegel der jeweiligen Prüfstelle führen – und dieses beispielsweise zu Marketing-Zwecken einsetzen.

Zertifizierungen haben für Apps vor allem eine Funktion: Vertrauen bei den Nutzern schaffen. Besonders wenn die Anwendung vertrauliche Daten verarbeitet oder mit medizinischen Inhalten Verlässlichkeit signalisieren soll, können Zertifizierungen deshalb die Glaubwürdigkeit Ihrer Anwendung erheblich steigern.

Die Auswahl an Zertifikaten ist dabei jedoch fast ebenso groß wie der App-Markt selbst. Bevor Sie sich also entscheiden, ihre App zertifizieren zu lassen, sollten Sie den Hintergrund und damit auch den Effekt des Zertifikats Ihrer Wahl genau beleuchten.

Interessant: Viele Zertifizierungen gelten nur für die Version der App, die auch tatsächlich geprüft wurde. Sobald Sie ein Update vornehmen, muss in der Regel ein gesonderter Test eingeleitet werden, um das Siegel weiterhin zu nutzen.

Welche Zertifikate für Apps gibt es?

Zertifizierte App

Wer seine App zertifizieren lassen möchte, hat eine umfassende Auswahl: Denn das Angebot an unterschiedlichen Siegeln ist groß. Das liegt vor allem daran, die Bezeichnung „Zertifikat“ rechtlich nicht geschützt ist. Theoretisch kann also jede beliebige Firma oder Organisation ein eigenes Prüfverfahren entwickeln und als Zertifizierung vermarkten.

Nach welchen Kriterien die Prüfung der App abläuft, hängt also direkt von der Ausrichtung der Prüfstelle ab. Bei der Auswahl des Siegels für Ihre zertifizierte App ist deshalb vor allem der Anlass für Ihre App-Idee entscheidend. Denn je nach Zweck der Anwendung orientieren sich auch die Nutzer an verschiedenen Zertifikaten.

Gut zu wissen: Auch der Google Play Store und der App Store von Apple vergeben sogenannte Zertifizierungen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein Zertifikat im Sinne einer Qualitätsprüfung. Stattdessen sind sie Teil des Entwicklungsprozesses und beschreiben bestimmte Signaturen im Code der App, die zur Identifizierung von Produkt und Hersteller dienen.

TÜV-Siegel und Trusted App: Zertifikate für Datenschutz und -sicherheit

Ob Shopping-App, Spiel oder Kommunikations-Plattform: Bereits für grundlegende Funktionen greifen mobile Anwendungen auf verschiedenste Daten zu, die auf dem Gerät gespeichert sind. Datenschutz und Sicherheit gehören somit zu den wichtigsten Themen für App-Entwickler.

Immer mehr Nutzer legen großen Wert darauf, dass ihre Informationen hinreichend geschützt sind. Ist Ihre Anwendung dann zusätzlich auf die Eingabe sensibler Informationen, zum Beispiel zur Zahlungsabwicklung angewiesen, sind Vertrauen und Transparenz der Schlüssel zum Erfolg.

TÜV Austria Group Zertifikat

Als Merkmal für seriöse Apps haben sich deshalb Zertifikate mit einem sogenannten „Trusted App“-Siegel etabliert. Dieses ist bei verschiedenen Anbietern wie Appvisory, oder der TÜV Austria Group erhältlich. Und auch der TÜV Süd bietet als bekannte Prüfstelle Sicherheitszertifikate an. Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses untersuchen diese Stellen verschiedene Elemente und Strukturen einer App, zum Beispiel:

  • Einhaltung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
  • Einbindung fragwürdiger Drittanbieter in die App, z. B. durch Werbeanzeigen
  • unverschlüsselte Datenspeicherung und -übertragung
  • (unbewusste) Verknüpfungen mit Malware und Viren

Eine solche Sicherheits-Zertifizierung kann besonders bei komplexen Anwendungen als sinnvolle Orientierungshilfe dienen – sowohl für potenzielle Kunden als auch für App-Entwickler. Denn die meisten Anbieter unterstützen Sie als App-Hersteller bereits während des Entwicklungsprozesses mit einer professionellen Beratung. Schon vor der endgültigen Zertifizierung lassen sich essenzielle Sicherheitskriterien abdecken. Und das spart am Ende oft nicht nur Zeit, sondern auch Kosten.

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CE-Kennzeichnung, DiaDigital und Co.: Zertifikate für Lifestyle- und Gesundheits-Apps

Ob Fitness, Ernährung, Stress-Management oder Telemedizin – der Markt für mobile Anwendungen bietet App-Herstellern auch im medizinischen Bereich mehr Möglichkeiten denn je. Doch auch hier steht und fällt der Erfolg einer App mit ihrer Verlässlichkeit: Sowohl der Datenschutz als auch die Qualität der Services sollten deshalb eingehend geprüft werden. Schließlich vertrauen die User der Anwendung ihr körperliches Wohlbefinden und sensible Gesundheitsdaten an.

Um den Verbrauchern und Patienten eine Hilfestellung zu bieten, haben verschiedene Organisationen bereits früh eigene Siegel ins Leben gerufen, die meist speziell auf einen medizinischen Fachbereich zugeschnitten sind. Je nach Ausrichtung der App sind beispielsweise folgende Siegel erhältlich:

Seit 2019 gibt es außerdem die Möglichkeit, Gesundheits-Apps über eine CE-Kennzeichnung offiziell als Medizinprodukt zu registrieren. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) führt zu diesem Zweck das sogenannte Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Alle Apps, die hier aufgenommen werden, erhalten nach genauer Prüfung eine CE-Kennzeichnung und gelten in der Folge als zugelassenes Medizinprodukt.

Ist die App im DiGA-Verzeichnis registriert, kann sie damit offiziell auch zur Diagnose oder Therapie bestimmter Erkrankungen eingesetzt werden. Das vermittelt den Nutzern nicht nur Sicherheit beim Einsatz der Anwendung – die App kann sogar auf Rezept vom Arzt verordnet werden. Und auch die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Gesundheitsanwendungen mit CE-Kennzeichen, zum Beispiel im Rahmen der Gesundheits-Prävention oder für telemedizinische Behandlungen.

Das Gütesiegel Lern-Apps: Zertifizierung von Apps im Bildungsbereich

Bei Lern-Apps steht für die meisten Nutzer vor allem die Qualität der Inhalte im Mittelpunkt. Da sich insbesondere Nachhilfe-Apps außerdem häufig an Kinder richten, gilt es zugleich den Jugend- und Datenschutz einzuhalten. Um diese Anforderungen sicherzustellen, hat das österreichische Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung das „Gütesiegel Lern-Apps“ ins Leben gerufen. Das Zertifikat soll Schülern, Eltern und Lehrkräften mithilfe eines standardisierten Prüfverfahrens als Maßstab für hochwertige Lern-Apps dienen.

Um das Siegel zu erhalten, müssen die Lern-Apps unter anderem diese Kriterien erfüllen:

  • Es handelt sich um eine native mobile App, die sowohl für Android als auch für iOS verfügbar ist.
  • Die Anwendung vermittelt aktiv schulische Lerninhalte und dient nicht nur zur Organisation oder als Nachschlagewerk.
  • Die App beachtet alle Vorschriften der DSGVO und enthält keine Werbung.

Mit seinem seit Oktober 2021 erhältlichen Gütesiegel ist Österreich Vorreiter auf dem Gebiet der zertifizierten Lern-Apps. Doch auch die deutsche Bundesregierung bleibt am Ball: Am 1. Dezember 2021 ging das Forschungsprojekt DIRECTIONS an den Start, in dem ein ähnliches Zertifikat erarbeitet werden soll. Bis jetzt befindet sich das Projekt, das auf sechs Jahre angelegt ist, allerdings noch in der Anfangsphase – aktuelle Neuigkeiten zum Stand der Forschungsarbeiten in Deutschland erfahren Sie hier.

Der Weg zum Siegel: In 5 Schritten zur zertifizierten App

Auch wenn die einzelnen Siegel unterschiedliche Anforderungen an die App stellen – der Zertifizierungsprozess läuft in vielen Fällen ähnlich ab. Im Idealfall berücksichtigen Sie das Verfahren  bei Ihrer App-Planung möglichst frühzeitig und bauen gemeinsam mit Ihrem Entwickler unterschiedlichen Voraussetzungen für das Siegel ein. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Zertifikat sehen dabei meist wie folgt aus:

  1. Ziele definieren: Klären Sie zunächst, welchen Mehrwert ein Zertifikat für Ihre potenziellen Nutzer bietet. Entscheidend ist dabei vor allem die inhaltliche Ausrichtung Ihrer App – denn eine Gesundheitsanwendung weckt bei den Usern zum Beispiel andere Erwartungen an Sicherheit und Vertrauen als ein Spiel.
  2. Siegel auswählen: Ob Sicherheit, Gesundheit oder Lernen – das Angebot an Zertifizierungen für Apps ist groß. Bedenken Sie bei der Auswahl des Siegels auch, dass der Bekanntheitsgrad der Zertifizierungsstelle bei vielen Nutzern ein ausschlaggebendes Kriterium für deren Vertrauenswürdigkeit darstellt.
  3. Anforderungskatalog checken: Da die einzelnen Siegel ganz individuelle Erwartungen an die App stellen, kann auch der Katalog an Anforderungen sehr unterschiedlich ausfallen. Ihr qualifizierter Entwickler hilft Ihnen bei der Umsetzung der Voraussetzungen und berät Sie auf dem Weg zum Siegel. Um unnötige Verzögerungen bei der Zertifizierung zu vermeiden, gibt es bei vielen Anbietern außerdem die Möglichkeit, die App im Vorab-Check auf Mängel untersuchen zu lassen.
  4. Prüfung veranlassen: Sind alle Vorgaben eingearbeitet, können Sie die App bei der Prüfstelle einreichen. Der Zertifizierungsprozess nimmt dabei häufig mehrere Tage oder sogar Wochen in Anspruch.
  5. Siegel einsetzen: Hat Ihre App das Prüfungs-Verfahren erfolgreich bestanden, gewährt Ihnen der Anbieter schließlich das Recht, das Zertifikat öffentlich zu führen. Nun können Sie das Siegel zum Beispiel in Ihren Google-Play- oder App-Store-Auftritt einbauen oder auf der Landingpage ihrer Website platzieren.

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App zertifizieren lassen: Tipps für App-Hersteller

Je nachdem, für welche Zertifizierung Sie sich entscheiden, gilt es zunächst Kontakt zum Anbieter aufzunehmen. Seriöse und renommierte Anbieter wie der TÜV bieten Ihnen bereits in den ersten Gesprächen und auch im Verlauf des Projekts eine umfassende Beratung und begleiten Sie auf Ihrem Weg zum Zertifikat.

Beachten Sie allerdings, dass nicht jede App-Zertifizierung käuflich zu erwerben ist: Staatliche Prüfsiegel, wie beispielsweise das „Gütesiegel Lern-Apps“ der österreichischen Bundesregierung, sind nur über die Empfehlung von unabhängigen Instanzen wie Lehrkräften oder Eltern erhältlich. Informieren Sie sich deshalb bereits frühzeitig über die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten zum gewünschten Zertifikat.

Wichtig: Besonders bei komplexen App-Projekten mit vielen Funktionen oder hohen Sicherheitsstandards ist es empfehlenswert, den Anbieter des Zertifikats bereits vor Fertigstellung Ihres App-Projekts miteinzubeziehen. So können schon während der Entwicklungsphase alle Vorkehrungen für die anschließende Zertifizierung treffen. Eine nachträgliche Änderung ist dagegen meist mit hohem Aufwand verbunden.

Sind schließlich alle Entwicklungsarbeiten beendet, reichen Sie Ihr fertiges App-Projekt bei der Zertifizierungsstelle ein. Je nach Prüfstelle kann die Zertifizierung einer App mehrere Tage oder auch Wochen Anspruch nehmen. Planen Sie deshalb vor dem Launch ausreichend Zeit ein, um Nacharbeiten zu leisten, die während oder nach der Prüfung auftauchen.

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Fazit: Lohnt es sich, eine zertifizierte App entwickeln zu lassen?

Ein Prüfsiegel für Apps bietet vor allem eins: Sicherheit. Und die kann auf dem App-Markt ein entscheidender Positionierungs-Vorteil sein. Dennoch hat nicht jedes Prüfsiegel automatisch einen positiven Effekt. Denn je nach Ausrichtung der App haben auch die Nutzer unterschiedliche Anforderungen, die nicht jede Zertifizierung gleichermaßen abdeckt – sei es beim Datenschutz oder bei der Qualität der Inhalte.

So kann auch der Bekanntheitsgrad der Prüfstelle beim App-Publikum direkten Einfluss auf die effektive Wirkung des Zertifikats ausüben. Der TÜV oder die Bundesministerien sind beispielsweise den meisten Nutzern vertraut und entfalten allein durch dieses Renommee einen entsprechend positiven Effekt. Bei Gesundheits-Apps, die später als Medizinprodukt vom Arzt verschrieben werden sollen, ist die CE-Kennzeichnung sogar unerlässlich.

Zertifikate von spezialisierten Vereinen wie der Deutschen Hochdruckliga sind hingegen nur dann sinnvoll, wenn auch die Nutzer die Organisation hinter dem Siegel tatsächlich verorten können. Letztlich entscheidet also die Zielgruppenanalyse, welche Zertifizierung Ihre App-Idee am besten unterstützt.